Stencil

Man sagt, dass die Waende hoeren koennen und es gibt auch Welche, die sie zum sprechen bringen. Zwischen der Anzeige und dem Spass, erobert die Stencil Bewegung einen differenzierten Platz im Raum der plastischen Kuenste, in enger Verbindung mit den Antiglobalisierungs-Gruppen, charakteristisch des 21. Jahrhunderts.
Auf einem Raum , schon von den Anregungen zum Konsum gesaettigt, erzaehlt die Stencil Geschichten mittels der tausendjaehrigen Technik des Schablonierens, bestehend in der Autragung von Farbe auf den Waenden mit Schablonen, die wiederholte Designs schaffen. Dafuer bedient man sich des Aerosols, so populaer in den 70er Jahren, und von alten zugeschnittenen Roentgenbilder.
Die Zeichnungen neigen zur Synthese und zum Schematismus, meistens in schwarzer Farbe, und erscheinen isoliert oder in besessener Wiederholung des Bildnis. Es sind nie autonome Bildnisse, da sie staendig mit dem architektonischen Kontext spielen, und mit den Botschaften anderer Kuenstler, die vorher da vorbeigekommen sind.
Der Kuenstler Stencil ist meistens geheim, beinahe immer anonym, obwohl er manchmal mit Pseudonym signiert. Bei Gelegenheit integriert er sich in einem Kollektiv, das seinen Siegel in der ganzen Stadt hinterlaesst, um den Raum von der Subversion aus, neu zu erfinden. Sein naehester Praezedenzfall findet man in den Arbeiten von Keith Haring und Basquiat, und in den Studentenunruhen gegen den Vietnam Krieg und den franzoesischen Mai.