Abstraktion

Die Abstraktion ist der ausschlaggebende Wechsel, der in der Kunstwelt waehrend des 20. Jahrhunderts erscheint. Ziel aller Kuenstler war bis dahin, die aeussere Wirklichkeit einzufangen, in einer mehr oder weniger subjektiven Art, aber mit der Abstraktion bekommt das Werk eine selbststaendige Sprache, und der Kuenstler zeigt seine innere Welt mittels materiellen Werten.
Es war kein Wechsel, der spontan erzeugt wurde. Stroemungen, wie der Fauvismus, oder der Expressionismus, hatten schon mit der Deformation der Wirklichkeit und der Aufloesung der Figur begonnen, zu Gunsten der Farbe, und der plastischen Materie selbst. Auch der Impressionismus zeigte in gewissem Sinne, diesen radikalen Wechsel des Konzeptes.
Aber der wirkliche Vater der Abstraktion ist Wassily Kandinsky. Von dem deutschen Expressionismus der Gruppe " Der Blaue Reiter " her, entwickelte er Anfangs des Jahrhunderts eine Sprache, in der er sich der Farbe und der Geometrie bediente, um nachfolgende Gemuetsstimmungen, wie in einer musikalischen Komposition wiederzugeben.
Die Abstraktion hat in den letzten hundert Jahren sehr verschiedene Wege eingeschlagen, von ihrer geometrischen Verschiedenheit, zur Lyrischen. Alle steuern Nuancen zu einer gleichen Konzeption der Kunst bei, mehr an dem Inneren der Person, als in ihrer Umgebung interessiert. Haeufig sind auch die zeitgenoessischen Bewegungen, die ihre Wurzeln im Konzept des Abstraktren vertiefen. Vom Neoplastizismus bis zum Informalismus hin, vorbei an allen Stroemungen der Zweiten Avantgarden.